Vogelparadies versus Stadtbaurat.

Veröffentlicht am 07.12.2014

Wer Winterfütterung betreibt, erlebt jetzt täglich Insel-Kino live: Pulks von Kohl- und Blaumeisen balgen sich mit futterneidischen Amseln an den Futterhäuschen um die unverhoffte Körnerkost.

AnflugAnflug

Es besteht die große Chance, auch seltenere Arten wie Kernbeißer, Kleiber, Eichelhäher oder Schwanzmeisen vor Augen, Fernrohr oder Kameralinse zu bekommen.

KleiberKleiber

Darunter manchen Zugvogel, der den Absprung nach Süden verpasst hat oder dank Klimawandel und Nahrungsangebot offenbar gleich hier überwintert.

RotkelchenRotkelchen

Dazwischen Eichhörnchen, die für die kalte Jahreszeit Nüsse hamstern. (Eine Auswahl von Vögeln, alle auf der Insel fotografiert, hat uns Monika Volkmann zur Verfügung gestellt - weitere Fotos auf dieser Webseite unter 1. Die Insel Venedig / Natur auf der Insel / Tiere auf der Insel).

EichhörnchenEichhörnchen

Die Insel mit ihren Parks, Wallanlagen, Gärten und Terrassen ist ein wahres Vogelparadies!

BuntspechtBuntspecht

Beliebt und geschätzt auch von heimischen und auswärtigen Ornithologen und Birdwatchern. Harsumer Naturschützer haben in diesem Jahr bei einer Exkursion auf dem Langelinienwall 30 verschiedene Vogelarten gesehen (http://www.naturschutzverein-borsum.de/vereinsleben/2014-verh%C3%B6ren-erster-vogelges%C3%A4nge/).

GrünfinkGrünfink

Die Einwohner der Insel tun alles, um diese Naturschönheiten zu erhalten. Einige haben sogar seit Jahren „Patenschaften“ für Grünflächen inne, für deren Pflege die Stadt zuständig wäre. Sie übernehmen damit Verantwortung für Natur und ein gepflegtes Stadtbild und investieren Zeit und Geld, um die überforderte Stadt zu unterstützen, und ohne jemals ein Dankeschön zu verlangen.

DompfaffDompfaff

Da nimmt es aber wunder, wenn Hildesheims Stadtbaurat Dr. Brummer allen Ernstes darüber sinniert, dass die Insel-Anwohner die „Lücken zwischen den Häusern“ - sprich: Gärten - für mehr Parkplätze opfern sollten, um dem aufgehalsten Parkdruck zu entfliehen. Betonflächen statt Vogelnester? Soll Orchideen-Hennis etwa seine Glashäuser aufgeben? Soll die Insel „vogelfrei“ werden? Total gaga, möchte man meinen.

MönchsgrasmückeMönchsgrasmücke

Der Blick aus dem Weltraum mit Google Earth, wie es ein Ministerium im fernen Hannover und der Stadtbaurat bekennenderweise pflegen, reicht eben nicht aus, um schützenswerte Schönheiten und Wohnqualität der Insel angemessen beurteilen zu können. Der Wunsch von Ratspolitikern macht durchaus Sinn, dass Spitzenbeamte der Stadt echte Präsenzpflicht haben sollten. Zwecks Bodenhaftung.